Homeoffice = Arbeitsplatz der Zukunft?

Seit Beginn der Pandemie und gerade in den letzten Wochen, als die Inzidenzen so hoch waren wie nie zuvor, arbeiten immer mehr Menschen im Homeoffice. Wie sieht der Alltag im Vergleich zum Büro aus, was ist einfacher, was schwieriger? Wer kann und darf im Homeoffice arbeiten oder wer muss? Und was ändert sich, wenn Corona vorbei ist? Aus einer empirischen Bestandsaufnahme zum aktuellen Status der Homeoffice-Umsetzung in Deutschland zwischen ifo und infas geht hervor, dass Homeoffice eines der effektivsten Instrumente gegen die Verbreitung des Virus ist. Beschäftigte mit Präsenzarbeit klagen 4- bis 8-mal häufiger über eine COVID-19 Erkrankung. Auch andere Zahlen sprechen fürs Homeoffice. Eine um 1 Prozentpunkt höhere regionale Homeoffice-Quote kann mit einer 4% bis 8% niedrigeren regionalen Infektionsrate in Verbindung gebracht werden!

Wie funktioniert Homeoffice bei MS POS?

Glücklicherweise waren wir schon vor der Pandemie technisch recht gut ausgerüstet und dank unseres IT-Leiters Niels Wosnitza bestens aufgestellt. Home-Office war für uns also kein Fremdwort. Dennoch hat die Corona-Situation uns nochmal einen Push gegeben und weitere Homeoffice-Arbeitsplätze notwendig gemacht wie z.B. in der Verwaltung oder im Support. So sind wir als IT-Dienstleister in der glücklichen Position, unseren Mitarbeitern bei der Wahl des Arbeitsplatzes nun die Entscheidungsfreiheit zu überlassen. Damit dies unter den allgemein bekannten Abstands- und Hygieneregeln jedoch möglich ist, achten wir darauf, dass die zulässige Anzahl der Mitarbeiter pro Büroraum genau eingehalten wird. Um dies zu gewährleisten, trägt jeder Mitarbeiter seine Anwesenheitstage pro Monat vorab in eine Liste ein. Ziel ist es, so jedem die Chance zu ermöglichen, 2 Tage pro Woche im Büro zu arbeiten und 3 Tage von zu Hause. Damit möchten wir das Infektionsrisiko so gut es geht minimieren, trotzdem zwischenmenschlichen Kontakte stärken und wenn möglich, ein Gefühl von „Normalität“ vermitteln. Dennoch lässt sich nicht vermeiden, dass wir immer mal wieder über Vor- und Nachteile diskutieren und uns insgesamt eine lockerere Arbeitswelt herbei wünschen.

Vorteile durch Homeoffice

Zeitersparnis. Wer im Homeoffice arbeitet, spart sich mindestens die Fahrt zum Büro und nach Hause. Keine Staus, keine vollen Busse oder Bahnen, und auch die Umwelt dankt!

Flexibilität. Der Vorteil der Flexibilität ist von Branche und Position abhängig Beruf abhängig, aber man ist nicht mehr so streng an Bürozeiten gebunden. Private Termine wie z.B. Arztbesuche, Handwerker oder schulische Termine der Kinder sind einfacher umzusetzen, da die versäumte Zeit später nachgeholt werden kann.

Weniger Stress. Nervigen Anfahrtswege über volle Autobahnen, überfüllte Busse und verspätete Zugverbindungen entfallen. Auch der Lärm im Büro und die ständig klingelnden Telefone der Kollegen sind nicht mehr zu hören – fast idyllisch.

Günstiger. 20 Arbeitstage im Monat bedeuten 40 Fahrten weniger von zu Hause ins Büro und zurück, da kommt schon einiges zusammen.

Work-Life-Balance. Gerade Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Kindern haben so die Sicherheit schnell vor Ort zu sein, sollten sie gebraucht werden oder die Betreuung schwierig wird.

Nachteile durch Homeoffice

Fehlender sozialer Kontakt. Ob nun in der gemeinsamen Kaffeepause oder am Kantinentisch, der kleine Plausch mit den Kollegen fällt leider weg. Gelegentliche Telefonkonferenzen können das persönliche leider nicht ersetzen.

Ablenkungen. Im Homeoffice arbeiten bedeutet, diszipliniert zu sein. Ablenkungen gibt es viele, seien es die Kinder, die Haustiere, der Paketdienst oder der Handwerker. Hier muss man sich selbst klare Regeln setzen, sonst leidet die Produktivität.

Motivationsmangel. Kollegen sind nicht nur zum Kaffeeklatsch da, sondern können auch helfen, die Motivation oben zu halten. Der fehlende Teamgeist in der heimischen „Isolation“ kann die Motivation ordentlich beinträchtigen.

Vorurteile gegen Homeoffice. „Im Homeoffice wird nicht richtig gearbeitet.“ „Die Leute faulenzen nur.“ Sicherlich gibt es Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, denen eigenverantwortliches Arbeiten schwerer fällt. Deshalb ist es wichtig, klare Aufgaben und Ziele abzusprechen und in regelmäßigem Kontakt zu bleiben.

Work-Life-Balance. Hier ist Disziplin gefordert, um zwischen Beruf- und Privatleben eine klare Grenze zu ziehen. Auch wenn Computer oder Laptop immer in greifbarer (und sichtbarer) Nähe sind - Feierabend ist Feierabend.

Was der Gesetzgeber geregelt hat - die Homeoffice-Pflicht

„Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.“ – BMAS

Sofern umzusetzen, gilt die Pflicht also für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer kann die Arbeit im Homeoffice ablehnen, wenn z.B. die technischen oder räumlichen Gegebenheiten mangelhaft sind. Zu beachten ist, dass auch im Homeoffice die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes sowie Arbeitszeitgesetzes gelten und die Vorgaben der EU-Datenschutzverordnung einzuhalten sind. Der Arbeitgeber ist für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verantwortlich.Das heißt aber nicht, dass alle erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Hier ist eine individuelle Absprache zu treffen.

Zahlen, Daten, Fakten
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Erst seit der Pandemie wird das Homeoffice von Unternehmen mehr und mehr angeboten und hat seinen Wert bewiesen. In einer Statistik aus Anfang 2020 ist ein deutlicher Anstieg um 23% zu Beginn des ersten Lockdowns zu sehen. Zwar schwanken die Zahlen je nach aktuellem Status des Infektionsgeschehens, doch ist ein Wandel in der Arbeitswelt definitiv zu erkennen. Es wird geschätzt, dass derzeit ca. 56% aller Beschäftigten in Deutschland Vollzeit oder teilweise im Homeoffice arbeiten könnten. Es ist also noch viel Luft nach oben.

Mobiles Arbeiten findet in Deutschland viel Zustimmung. Laut einer Studie aus 2020 waren ca. 81% der Befragten zum Thema „Einstellung zum Recht auf Homeoffice in Deutschland 2020“ „sehr dafür“ oder „eher dafür“. So könnte man annehmen, dass auch nach der Pandemie der Telearbeitsplatz im Trend bleibt. Wir sind gespannt auf die Zahlen für 2021!

Und die Zukunft?

Homeoffice ist ein lukratives Arbeitsmodell für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich. Arbeitgeber können deutlich Kosten für die Unterhaltung von Büroräumen einsparen, während Arbeitnehmer viel Zeit und Kosten fürs Pendeln einsparen. Es ist sicherlich nicht für jeden geeignet, aber zu erwarten ist, dass Stellenausschreibungen mit flexiblen Arbeitsplatzmodellen zunehmen werden. Mit der Pandemie als Auslöser könnte der moderne Arbeitsplatz einen dauerhaften Wandel durchlaufen. Auch der Gesetzgeber muss den neuen Gegebenheiten nachkommen. Das Konzept steht und muss nur noch verfeinert werden. Wir sind gespannte Beobachter!

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